Was kostet Personalvermittlung in der Immobilienwirtschaft?

Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2026 · Autor: Oliver Neumann, change:ON Consulting

Personalvermittlung kostet in Deutschland marktüblich zwischen 20 und 30 Prozent des Bruttojahresgehalts der besetzten Position. Das Honorar wird bei erfolgreicher Besetzung fällig. Für eine WEG-Verwalter-Stelle mit 55.000 Euro Jahresgehalt bedeutet das 11.000 bis 16.500 Euro. Dieser Artikel erklärt die Modelle, zeigt Beispielrechnungen und sagt ehrlich, wann sich Personalvermittlung lohnt und wann nicht.

Das marktübliche Honorarmodell

Der Standard in der Branche ist das erfolgsbasierte Honorar. Der Arbeitgeber zahlt einen vereinbarten Prozentsatz des Bruttojahreszielgehalts, marktüblich zwischen 20 und 30 Prozent, und zwar erst dann, wenn der Kandidat den Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Keine Besetzung, keine Kosten. Das Risiko liegt beim Berater.

Die genaue Höhe hängt von der Schwierigkeit der Position ab. Eine Sachbearbeitung mit breitem Kandidatenfeld liegt am unteren Rand. Engpasspositionen wie zertifizierte WEG-Verwalter, erfahrene Objektbuchhalter oder Asset Manager liegen höher, weil die Suche aufwendiger ist.

Beispielrechnungen für typische Immobilien-Positionen

  • Objektbuchhalter, 48.000 € Jahresgehalt: 9.600 – 14.400 € Honorar
  • WEG-Verwalter, 55.000 € Jahresgehalt: 11.000 – 16.500 € Honorar
  • Property Manager, 60.000 € Jahresgehalt: 12.000 – 18.000 € Honorar
  • Asset Manager, 90.000 € Jahresgehalt: 18.000 – 27.000 € Honorar

Die Zahlen wirken auf den ersten Blick hoch. Sie werden realistisch, wenn man sie gegen die Kosten einer unbesetzten Stelle rechnet.

Erfolgsbasiert oder Retainer: die zwei Modelle

Beim erfolgsbasierten Modell zahlen Sie nur im Erfolgsfall. Das ist für die meisten Fach- und Führungspositionen in der Immobilienwirtschaft das passende Modell und der Marktstandard.

Beim Retainer-Modell zahlen Sie einen Teil des Honorars vorab oder in Etappen, unabhängig vom Ergebnis. Das ist bei exklusiven Executive-Search-Mandaten üblich, etwa für Geschäftsführungs- oder Bereichsleitungspositionen, bei denen der Berater erhebliche Vorleistung erbringt. Für die typische Verwalter- oder Buchhalterstelle ist ein Retainer nicht nötig.

Was im Honorar enthalten ist

  • Erstellung und Schärfung des Anforderungsprofils gemeinsam mit Ihnen
  • Aktive Suche und Direktansprache passender Kandidaten (Active Sourcing)
  • Qualifikationsgespräche und Vorauswahl vor jeder Profilvorlage
  • Koordination der Gespräche und Begleitung bis zur Vertragsunterschrift
  • Nachbesetzung, falls die Zusammenarbeit in der Probezeit endet (je nach Vereinbarung)

Wann sich Personalvermittlung rechnet

Eine unbesetzte Stelle kostet ebenfalls Geld, nur weniger sichtbar. Das Team fängt die Arbeit auf und macht Überstunden. Abrechnungen verzögern sich, die Qualität leidet, im schlimmsten Fall kündigen weitere Mitarbeitende wegen der Dauerbelastung. Dazu kommt die eigene Zeit: Anzeigen schalten, Bewerbungen sichten, Gespräche führen, oft über Monate und ohne Ergebnis.

Personalvermittlung rechnet sich deshalb vor allem bei Engpasspositionen, bei denen der Markt über Anzeigen nichts hergibt, und überall dort, wo jeder Monat Vakanz operative Folgen hat. Bei Positionen mit vielen qualifizierten Bewerbungen ist eine gute eigene Anzeige dagegen oft der wirtschaftlichere Weg.

Worauf Sie im Vermittlungsvertrag achten sollten

  • Fälligkeit: Honorar erst bei Vertragsunterschrift, nicht bei Profilvorlage
  • Nachbesetzungsgarantie: Was passiert, wenn der Kandidat in der Probezeit geht?
  • Berechnungsgrundlage: Festgehalt oder Zielgehalt inklusive variabler Anteile?
  • Kandidatenschutz: Wie lange gilt das Honorar für vorgestellte Kandidaten?
  • Exklusivität: Verpflichtet der Vertrag Sie, oder können Sie parallel selbst suchen?

Wie change:ON Consulting arbeitet

Wir arbeiten erfolgsbasiert. Es entstehen keine Kosten, wenn keine Besetzung zustande kommt. Bei einem Ausfall in der Probezeit greift unsere Nachbesetzungsgarantie. Und statt zwanzig Lebensläufen erhalten Sie typischerweise drei vorqualifizierte Profile, die wir vorher persönlich gesprochen haben.

Wir besetzen nicht nur Stellen. Wir reduzieren Unsicherheit im Recruiting.

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Häufige Fragen

Wer zahlt die Personalvermittlung?

Immer der Arbeitgeber. Für Kandidaten ist die Vermittlung vollständig kostenlos, das ist in Deutschland auch gesetzlich so vorgesehen.

Wann wird das Vermittlungshonorar fällig?

Beim erfolgsbasierten Standardmodell erst mit Unterschrift des Arbeitsvertrags durch den Kandidaten. Vorher entstehen keine Kosten.

Was passiert, wenn der Kandidat in der Probezeit kündigt?

Seriöse Vermittlungsverträge enthalten eine Nachbesetzungsregelung: Der Berater sucht kostenfrei einen Ersatz oder erstattet einen Teil des Honorars. Prüfen Sie diesen Punkt vor der Beauftragung.

Lohnt sich Personalvermittlung auch für kleine Hausverwaltungen?

Gerade dort oft ja. Kleine Verwaltungen haben selten eigene Recruiting-Kapazität, und eine monatelang unbesetzte Verwalter- oder Buchhalterstelle trifft ein kleines Team besonders hart. Das erfolgsbasierte Modell hält das Risiko dabei gering.